Gaming
Sega Europe holt Rovio-CEO ins Haus für Doppelfunktion nach Posts Abgang

Jurgen Post tritt als COO West Studios bei Sega Europe zurück. Rovio-CEO Alex Pelletier-Normand übernimmt seine Rolle und bleibt auch Rovio-Chef.
Jurgen Post tritt als COO von Sega Europas West Studios zurück. Sein Nachfolger ist niemand Geringeres als Alex Pelletier-Normand, der derzeitige CEO von Rovio. Sega bestätigte den Wechsel in einer Pressemitteilung, nachdem über Companies House bereits Anzeichen von Posts Abgang sichtbar geworden waren.
Post bleibt Sega nicht ganz fern: Er wird das Unternehmen in einer neuen beratenden Funktion unterstützen. Tatsuyuki Miyazaki, ein Sega-Veteran mit über zwanzig Jahren Erfahrung und Chief Corporate Officer bei Sega Europe, übernimmt Posts zusätzliche Aufgaben als Regional Managing Director.
Doppelrolle für Rovio-Chef
Pelletier-Normand fügt die Rolle des COO West Studios seiner bestehenden Funktion als CEO des Angry-Birds-Machers hinzu. 2021 wurde er zum Topmann von Rovio ernannt, nachdem er zuvor 16 Jahre bei Gameloft gearbeitet hatte. Sega-Präsident Shuji Utsumi nennt ihn "einen Führer, der weiß, wie man innoviert" und spricht von einer wertvollen Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen.
Pelletier-Normand selbst sagt: "Es steckt eine Fülle an Erfahrung und Talent bei Rovio und den Sega Europe-Studios. Ich freue mich darauf, diese Kräfte zu bündeln und beide Unternehmen wachsen und innovieren zu lassen."
Post kehrte 2024 zu Sega Europe zurück, nachdem er zuvor bereits über zehn Jahre für das Unternehmen gearbeitet hatte. Danach war er unter anderem Präsident der europäischen Tochter von Tencent und CEO von Miniclip. Seine Rückkehr sollte den europäischen Studios neuen Schwung verleihen.
Rovio-Übernahme noch nicht vollständig verdaut
Der Wechsel findet vor dem Hintergrund der Übernahme von Rovio durch Sega im Jahr 2023 statt, die damals 706 Millionen Dollar betrug. Dieser Deal verläuft nicht ohne Probleme: Im Februar 2025 musste Sega eine Wertminderung von 200 Millionen Dollar auf den Kauf vornehmen, aufgrund enttäuschender Ergebnisse. Sega scheint nun mit dieser Personalrochade zeigen zu wollen, dass die Integration von Rovio ernsthaft angegangen wird.
Jurgen Post wird für seinen Einsatz gedankt, so Utsumi: "Er half dem Unternehmen auf einen Aufwärtspfad." Dass Sega ihn in einer beratenden Rolle hält, deutet auf Kontinuität in der Strategie hin.
Die Frage ist, was diese Doppelführung für die Entwicklung sowohl von Segas eigenen IPs als auch der mobilen Spiele von Rovio bedeutet. Pelletier-Normand spricht von gegenseitigem Lernen, aber ob das auch zu besseren Spielen für den Spieler führt, muss sich noch zeigen. Was hältst du von dieser Konstruktion? Ist es klug, den Chef von Rovio auch die West Studios leiten zu lassen, oder hätte Sega besser einen separaten COO ernennen sollen? Die Meinungen werden zweifellos geteilt sein.